Verändert sich das Leben mit einem Epi-Hund?

Diese Frage kam vor kurzem in einem Forum auf: Hat sich euer Leben mit einem Epi-Hund verändert?

 

Es ist Sonntag Morgen und ich sitze mit kleinen Augen am Laptop. Die Nacht war unruhig, irgendwas trieb Sam um und ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Den ganzen Abend über war das schon so. Einen nicht Epi-Hund würde man vielleicht streng auf seine Decke schicken - aber Sam? Was auch immer da oft in seinem Kopf passiert, macht ihm Angst und dann will er wissen, dass jemand da ist. Gestern Abend ist Dori kurz zu ihm hin und hat ihm die Nase geleckt - das hat ihm 10 Minuten Ruhe gegeben. Nachts ist es meine Stimmt oder meine Berührung, die ihn dann wieder einschlafen lässt.

 

Das ist aber nichts gegen die Nächte, in denen ich im Wohnzimmer sitze während Sam Boxauto spielt. Oder in denen ich gegen die Panik eines 40-kg-Hundes kämpfe, der unter das Bett oder unter Schränke kriechen will, unter die nicht einmal Dori passen würde. Die leichte Panik, die aufkommt, wenn ich merke, dass meine Kraft zu Ende geht und ich nicht ans Telefon komme, um Peter zu Hilfe zu rufen. Und die Erleichterung, wenn Sam endlich längere Ruhephasen zwischen den Panikanfällen hat und ich Hilfe rufen kann und schließlich mit ihm rauskomme.

 

Oder die Tage, an denen ich einen vollen Terminkalender habe und Sam beginnt den Tag mit einem Grand Mal oder er beginnt das Wandern, wenn ich mich in die Telefonkonferenz einwähle. Die Tage, an denen ich zum x-ten Male einen Arzt- oder Friseurtermin verlege, weil Sam genau an diesem Tag einen schlechten Tag hat.

 

Die Abende, an denen man ins Bett geht und nicht weiß, was die Nacht bringen wird und die Morgende, an denen man nicht unter die Dusche geht, weil man nicht hören würde, wenn Sam krampft.

 

Einen Epi-Hund zu haben, der wie Sam unberechenbar und zu häufig krampft, ist ein Leben in Überraschungen und Improvisation, in der die eigene Freizeitgestaltung viel zu oft viel zu kurz kommt. Ich kann Sam nicht alleine lassen, nicht einmal für eine Stunde. Die Anzahl möglicher Hundesitter ist genau 1. Und auch dieser hat seine Grenzen. Geshoppt wird im Internet - Geld ist sowieso kaum welches da und wenn, dann wird es doch wieder in den Hund gesteckt.

 

Versteht mich nicht falsch, das ist kein Jammern. Ich bin glücklich über jeden Tag, an dem dieser Hund bei mir ist, weil ich weiß, dass jeder Tag der letzte sein kann. Genausogut kann er noch 10 Jahre leben. Aber um die Frage zu beantworten:

 

Ja, MEIN Leben hat sich durch den Epi-Hund verändert. Komplett. Nichts ist mehr so einfach und selbstverständlich wie es war.  Aber ich habe Sam, und er gibt mir mehr als Shoppen oder Kino oder ein einfaches Leben mir geben könnten.

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Kommentare: 21
  • #1

    Jasmin (Donnerstag, 18 August 2016 10:33)

    Das hast du so schön geschrieben, was Sie uns geben ist einfach unbezahlbar <3 :)

  • #2

    Diana (Mittwoch, 14 Dezember 2016 15:36)

    Ist es nicht egal ob Epi- oder sonstig chronisch kranker Hund?

    Es gibt die Einen, die ihren Hund abschieben oder einschläfern lassen und die Minderheit, die, wie wir, so liebevoll verrückt sind: unseren kompletten Lebensrhythmus dem Tier anpassen, die wochenlang mit 2 Stunden Schlaf in der Nacht auskommen, die mit Tierarzt-Rechnungen die komplette Wohnung tapezieren könnten, für die Urlaub ein Fremdwort ist und die lieber die Stiefel der vorletzten Saison anziehen und dafür ein neues goodie für den 4pfötler erwerben.

    Aber zum Thema: Ich hatte in den letzten 20 Jahren nie 'normale' Hunde. Chronisch schwer krank, verhaltensauffällig oder wie jetzt vermutlich Epi - von daher ist Chaos bei uns Programm. Aber ich möchte keinen meiner Hunde und keinen Tag mit ihnen missen!!

  • #3

    Sabine (Mittwoch, 14 Dezember 2016 16:17)

    Ja, es ist egal ob Epi- oder sonstig chronisch kranker Hund.

    Sam ist mein erster Hund und so kann ich noch nichts über andere Krankheiten sagen. Ich denke, die besondere Herausforderung bei einem Epi-Hund ist, dass man nie weiß, wann der nächste Anfall kommt. Es gibt Tage, da ist selbst das Duschen Morgens ein Lotteriespiel. Es ist mir schon passiert, dass ich aus der Dusche komme und höre wie Sam in die Möbel kracht.

    Und trotzdem hoffe ich, dass wir noch viele, viele Jahre zusammen haben. Egal wie sehr mein Leben nur noch um ihn kreist.

  • #4

    Bea (Donnerstag, 02 März 2017 09:55)

    Hallo,
    ich kann nachvollziehen wie es ist immer unter Strom zu stehen. Bei jedem Anfall falle ich in ein Loch und es dauert Tage bis ich wieder ruhig bin. Ich habe 2 Hundis mit Epi und vielleicht kann ich dir ein wenig Hoffnung geben. Meine 2 werden am 16.3. 17 (Geschwister) 13 Jahr alt. Anfälle haben sie beide ab und an, auch wenn sie Luminal/luminaletten bekommen. Ich drück dir die Daumen. GLG Bea

  • #5

    Sabine Loss (Donnerstag, 09 März 2017 16:37)

    Hallo Bea,
    vielen Dank! Ich laufe bei Anfällen inzwischen wie auf Autopilot, die Gefühle sind erst einmal weggeschaltet. Sam spürt das nur und hat noch mehr Stress. Bis die Serie vorbei ist, komme ich auch nahezu ohne Schlaf aus - und wenn wir es dann wieder überstanden haben, dann schlafen wir uns alle Drei aus.
    Sam hat das jetzt seit fast 4 Jahren, selten mehr als 2 Wochen Pause zwischen den Serien. Aber dennoch hoffe ich auch, seinen 13. Geburtstag mit ihm feiern zu können :-)
    LG, Sabine

  • #6

    Karin (Freitag, 14 April 2017 23:35)

    ich habe auch eine Epi-Hund und die Anfälle werden immer schlimmer.
    Jetzt ist er 9 und ich suche einen Tierarzt der Erfahrung damit hat -aber da
    gibt es kaum jemanden. Zur Zeit bekommt er Pexion 400 - täglich 2x eine halbe. Erschreckend ist seine Schreckhaftigkeit - er hat Angst vorallem. Die Spülmaschine ausräumen - panik - die Plastik-Wasserflaschen - Panik hoch 3....
    es wird immer schlimmer.
    Aber ich will ihm nicht noch mehr betäubende Mittel geben - in jungen Jahren war er ein Typ nach dem Motto "hallo jetzt Party - ich bin dabei" und heute begrüsst er seine Kollegen kurz mit schwanzwedeln und das wars.

    Ich würde gerne weiter hier in diesem Blog weiterlesen und schreiben -aber ich hane keine Ahnung wie ich da wieder reinkomme, darum gebe ich Euch meine E-Mail. Vlt. meldet sich ja jemand: KarinL2009@live.de

  • #7

    Sabine (Dienstag, 18 April 2017 07:58)

    Hallo Karin,
    ich kann nur empfehlen, zu einem Tierneurologen zu gehen und da fachkundige Beratung zu suchen. Es gibt in ganz Deutschland verteilt einige. Ich schreiben Dir mal eine E-Mail mit ein paar Empfehlungen. Es klingt so, als sei Pexion nicht das richtige Medikament für ihn und es gibt ja andere Alternativen. Sam ist momentan auf einer sehr hohen Dosis Phenobarbital und er ist zwar auf langen Gängen etwas langsam, aber ansonsten munter und immer gut drauf.
    Es ist immer ein abwägen, wieviel Medikament und wieviel Anfälle mutet man dem Hund zu. Solange das Medikament wirkt, wäre ich schon bereit, Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen, um ihm die Anfälle zu ersparen. Aber wenn keine Wirkung da ist, dann muss ich ihm dieses Medikament auch nicht geben und kann es ausschleichen. Sam hat jetzt so ziemlich alle am Markt verfügbaren Antiepileptika durch. Nach wie vor ist das Einzige, das hilft, eben das Phenobarbital. Alle anderen hatten bei ihm zum Teil fürchterliche Nebenwirkungen und keine Wirkung. Andere Hunde sprechen gut auf Pexion an, wieder andere auf Kaliumbromid. Man muss probieren, aber den Medikamenten auch immer Zeit lassen und man braucht einen Tierarzt, der sich auskennt, an der Seite!
    Liebe Grüße
    Sabine

  • #8

    Antje (Mittwoch, 19 April 2017 19:50)

    Hallo Sabine,

    Hut ab, ich werde ganz demütig, wenn ich Deinen Leidensweg mit dem armen Sam lese. Meine Tilly, Magyar Vizsla, fast 6 Jahre alt, krampft seit dem 3. LJ, seit Juli 2014 - also als sie 4 Jahre alt wurde - gebe ich Pexion 400 und ich bin auch nicht mehr überzeugt davon, denn auch sie clustert -egal bei welcher Dosis - ab und an und man kann fast die Uhr stellen: alle 3 Wochen gibt es einen Anfall, wenn auch die Cluster selten sind und die Anfallstärke leicht bis mittel. Man hat den Eindruck, als hätte Pexion die Anfallshäufigkeit und -art quasi erst konditioniert, mir fehlt der Vergleich. Zunächst hatte ich fast ein 3/4 Jahr zugewartet, dann bekam sie zwei aus heutiger Sicht recht starke Anfälle (Kot abgesetzt und gekotzt) und dann begannen wir mit Pexion, bis hin zu einer Dosis, bei der sie nur noch sabberte. Und frag nicht: mein Hund ist total verfressen ;).

    Ich überlege jetzt auch, das Zeug auszuschleichen, also ganz runter von "Drogen" und mal schaun, was dann passiert, bevor ich mit den Barbituraten anfange, davor habe ich nämlich wegen der Leberschäden auch Schiss. Die TÄe haben fast alle keine Ahnung, das ist bittere Tatsache.

    Aber liebe Sabine, ich werde ganz klein mit Hut, wenn ich Deinen Beitrag lese, da sind wir hier noch dran.

    Bleib am Ball und gib nicht auf, Du siehts, ich recherchiere auch hin und wieder nach Erfahrunge mit Pexion und dabei diesmal auf Deinen Blog gestoßen, denn viele Erkenntnisse gibt offensichtlich nicht.

    Ich wünsche Dir und dem tapferen Sam alles Gute!

    Antje & Tilly

  • #9

    Sabine Loss (Donnerstag, 20 April 2017 08:23)

    Liebe Antje und Tilly,
    vielen Dank für Deine Nachricht. Nach mehr als 4 Jahren intensiver Auseinandersetzung mit Epilepsie beim Hund und ihren Behandlungsmöglichkeiten, habe ich folgende Meinung zu Pexion entwickelt: Als Einstiegsmedikament für Hunde mit idiopathischer (nicht symptomatischer und nicht reaktiver) Epilepsie, die *keine* Serienanfälle haben, ist es einen Versuch wert. Leider ist es bei Pexion so, dass wenn es nicht hilft, es die Anfälle oft schlimmer macht. Deshalb würde ich es einem Hund mit Serien nie geben und es sofort austauschen, wenn man eine Verschlechterung feststellt.
    Phenobarbital kann, aber muss nicht auf die Leber gehen. Sam verträgt es gut und trotz wirklich hoher Dosis sind alle Leberwerte im grünen Bereich. Man muss es einfach gut im Auge behalten und beispielsweise Mariendistel kurweise oder durchgängig geben, um die Leber zusätzlich bei ihrer vermehrten Arbeit zu unterstützen.
    Es ist einfach ein Weg des Versuchs und Irrtums, jeder muss für seinen Hund genau das richtige Medikament oder die richtige Kombination finden. Es gibt beispielsweise Hunde, die mit Kaliumbromid super zurechtkommen und Pheno sogar ausschleichen können. Für Sam war Kaliumbromid eine Katastrophe.
    Und genau hier liegt das Problem der Tierarzte: Epilepsie ist zu individuell und man muss wirklich eine Menge wissen. Es gibt Tierneurologen, die sich darauf spezialisiert haben. Die sind schon etwas besser. Aber unterschätze nie das, was Du selbst beitragen kannst, einfach weil Du Deinen Hund am allerbesten kennst und Du mit den Anfällen und den Nebenwirkungen der Medikamente leben musst und nicht der Arzt! Mein Tierarzt hört zu und lernt momentan auch mit und das wird irgendwann auch anderen Hunden helfen.
    Ich wünsche Dir und Tilly auch alles Gute! Sie sind tolle Hunde und tapfere Kämpfer, unsere Epis! Ich sage immer, ich nehme mir Sam als Vorbild, der selbst mitten in einer Serie noch sein Retriever-Lachen lachen kann und nie die gute Laune oder den Kampfgeist verliert.
    Liebe Grüße
    Sabine

  • #10

    meysusi (Donnerstag, 11 April 2019 14:53)

    Hallo, ich habe im Sommer 2018 eine kleine süße Hündin adoptiert. Leider ziemlich schnell stellte sich raus, dass sie im Epilepsie leidet. Natürlich vorher hatte ich keine Ahnung davon. Seit dem bin ich 8 kg weniger und über 4000 Euro "leichter" wegen Tierarzt und Klinik Kosten. Phenoleptil reine Drogen. Der Körper gewöhnt sich dran und verlangt immer mehr. Gleichzeitig mein Hündin hat Schilddrüsen Unterfunktion wegen diese Medikament. Sie war eine kleine 8 kg Hund und jetzt 14 kg geworden obwohl sie kaum isst. Nach dem sie 2,5 Jahre jung ist, habe verzweifelt nach andere Lösung gesucht und gefunden.
    Die einzige Spezialistin in Bereich Epilepsie ist eine Ärztin Dr. Gabriella Kiss in Ungarn. Sie hat auch ein Stiftung für Epileptische Hunde gegründet. Das gilt für Hunde die in Tierheimen sind und wegen ihre Erkrankung nicht vermittelt werden können.
    Meine Hündin wird jetzt von Phenoleptil abgesetzt und gleichzeitig mit andere Medikamente versorgt. Phenoleptil macht unten anderen auch das Leber kaputt. Wir haben mit 2x3/4 Tablette angefangen und nach 7 Monaten waren bei 2x2Stück am Tag. Das ist ein Dosis für ein Hund mit 20 kg! Ich wollte nicht tadellos zu sehen wie meine kleine irgendwann für immer einschläft. Sie hatte auch mal 7 Anfälle innerhalb 1,5 Stunden. Es war schrecklich! Meistens Nacht. Jetzt ist sie wegen Entzug Appetitlos, depressiv aber davor war es ja auch wegen Phenoleptil. Sie hatte auch Pexium als Stabilisator bekommen. Die beide sind schreckliche Medikamente! Hier kennen die Ärzte keine bessere Lösung. Frau Dr. Kiss hatte mit diese Medikamente auch schlimme Erfahrungen gemacht und deshalb hat sie Jahrzehnten lange Vorschungsarbeit hinter sich gerbracht und seit dem hat sie mindestens 3000 Hunde das Leben gerettet. Hoffentlich meine wird auch dazu gehören!
    Ich komme nochmals zurück aber mache auf mein PC weiter weil mein Telefon muss ich erst aufladen.

  • #11

    Kerstin Hartmann (Freitag, 19 Juli 2019 09:46)

    Hallo... Ich habe eine 5 jährige bolonka zwetna Hündin die seit 3 Monaten starke Anfälle hat. Nach mrt und hirnwasser Untersuchung ist nicht viel rausgekommen. Erst hat sie cortison bekommen was aber nicht groß geholfen hat. Jetzt bekommt sie luminal seit 2 Wochen. Sie hatte trotzdem jeden Tag einen Anfall. Aber die muss man auch erst ne Weile nehmen bis sie wirken. Jedenfalls hat sie sich komplett verändert und ich bin mit meinen Nerven vollkommen am Ende. Sein geliebtes Tier so zu sehen und einfach nix machen zu können.

  • #12

    Margrit V. (Samstag, 10 August 2019 13:47)

    Hallo zusammen, unsere Hündin hat ebenfalls Krampfanfälle, die auf Epilepsie zurückzuführen sind. Behandlung mit Luminal hat für die ersten 4 Monate geholfen, aber die Nebenwirkungen waren von Anfang an enorm. Leider war eine massive Wesensveränderung das Ergebnis. Trotz immer wieder angepassten Therapie hat sie nun wieder massive Cluster Anfälle seit Tagen und zwar mehrmals am Tag. Diese Anfälle erfolgen mehrfach nach einander, Bewusstlosigkeit von 15-20 Minuten ist keine Ausnahme, danach Verlust von Seekraft, absolute Orientierungslosigkeit für mehrere Stunden, enorme Angstzustände, Rastlosigkeit, Schreckhaftigkeit wodurch sie nicht nur für sich sondern auch für ihr Umfeld zunehmend zu Gefahr wird. Als Krampflöser bekommt sind bei solche heftigen Anfällen zusätzlich Diazepam Zäpfchen. Mittlerweile stelle ich fest, sie kriegt quasi nur noch wenig mit, weil sie entweder unter völliger Orientierungslosigkeit vor-während-nach den Anfällen leidet, oder durch die verabreichte Medikamente ihr Gehirn quasi narkotisiert-stillgelegt wird und dem entsprechend sie auch nicht mehr richtig stehen, bzw. gehen kann. Ständige Aufsicht ist zwingend notwendig, sonst verletzt sie sich. Gerade bei jeder Dosierungsanpassung war sie für 2-3 Wochen durch die höhere Wirkung des Präparats wie eine wandelnde Mumie. Ich stelle mir nun unter Tränen die Eine und Grundlegende Frage, ob so ein (Dauer-) Zustand für unsere geliebte Hündin noch lebenswürdig ist. Für jede Antwort oder Meinung wäre ich Euch sehr dankbar.

  • #13

    Kerstin Hartmann (Sonntag, 11 August 2019 08:09)

    Hallo.... Ja das ist sehr sehr schlimm.
    Und so weh es auch tut ich könnte mir das nicht mehr mit anschauen und es ist doch auch kein Leben mehr für das Tier. Meine Hündin hatte gestern auch wieder einen stärkeren Anfall... Sie bekommt jetzt seit 4 Wochen luminaletten... Es ist einfach nur traurig und ich bin nur am weinen.. Aber 15 min bewußtlos ist schon sehr heftig und es sterben jedesmal Gehirn Nerven ab. Es tut so weh aber manchmal ist es besser...

  • #14

    Sabine (Sonntag, 11 August 2019 13:34)

    Liebe Kerstin und Margret,

    das Einstellen auf die (richtigen) Medikamente ist leider ein Verfahren, das nur über Versuch und Irrtum geht. Jeder Hund ist anders und spricht anders auf die Medikamente an. Wichtig ist zum einen, dass man einem Medikament Zeit gibt bzw. dem Hund Zeit gibt, sich daran zu gewöhnen. Andererseits ist es wichtig ein Medikament, das gar nicht hilft oder alles nur schlimmer macht, auch konsequent auszuschleichen und durch ein anderes zu ersetzen.
    Bei Luminal (Wirkstoff Phenobarbital) ist der Spiegelwert wichtig. Das heißt, nach ca. 4 Wochen muss zum ersten mal der Spiegel bestimmt werden. Es gibt Daumenregeln, wie es dosiert werden soll, aber es gibt eben auch massive Unterschiede, wie die Hunde das Medikament verstoffwechseln und wie gut sie darauf ansprechen.
    Bitte sucht beide einen Tierarzt auf, der auf Epilepsie spezialisiert ist. Die normalen Tierärzte sind oft mit der Komplexität dieser Erkrankung überfordert und können auch nicht für jede Krankheit immer auf dem neuesten Stand sein. Dafür gibt es Tierneurologen.
    Auch wenn der jetzige Zustand vielleicht als nicht lebenswert erscheint, ihr habt noch lange nicht alle Möglichkeiten, die es zur Anfallsbekämpfung gibt, ausgeschöpft, daher würde ich die Hoffnung nicht aufgeben. Macht euch kundig und sucht euch einen Tierarzt, der sich auskennt. Dann mit Geduld und viel Beobachtung, was gut für den Hund ist und was nicht, könnt ihr vielleicht bald Erfolge sehen.
    Ich drücke euch fest die Daumen!
    Liebe Grüße
    Sabine

  • #15

    Kerstin Hartmann (Montag, 12 August 2019 06:54)

    Hallo ihr Lieben.... Ja bei uns gibt es leider keine Neurologen.... Da müsste ich sehr weit fahren... Berlin... München... Aber vielleicht mach ich das noch... Ich gebe meiner kleinen Maus noch zusätzlich cbd Tropfen... Sie ist auch während diesen Anfällen immer ansprechbar.... Und bekommt dieses auch mit... Sagt mal haben unsere Mäuse dabei auch Schmerzen.... Aber ich glaube das kann niemand sagen... Das ist alles so traurig.... Ganz liebe Grüße an alle und starke Nerven.... Diese habe ich leider nicht mehr...

  • #16

    Nicole (Mittwoch, 14 August 2019)

    Hallo. Unsere Berner Sennenhündin ist jetzt 18 Monate alt und hat seit Februar Epilepsie. Sie neigt zu Cluster Anfällen heißt so alle 14 Tage 4 Anfälle in einer Stunde.
    Luminal bekommt sie schon. Eventuell demnächst noch ein zweites Medikament.
    Sie hat jetzt schon 3 mal in den letzten Monaten irgendwo gelegen und plötzlich reichlich Urin verloren. Ohne Anfall. Sie scheint es nicht zu merken. Kennt einer von euch das vielleicht?
    Ich glaube für Inkontinenz ist das merkwürdig von Situation und Menge.
    Und haltet alle die Ohren steif. Unsere Hunde sind es wert. Siehe karatheberner auf Instagram.
    Alles liebe. �

  • #17

    Kerstin Hartmann (Donnerstag, 15 August 2019 07:08)

    Hallo Nicole... Ich glaub das hängt mit der Epilepsie zusammen... Oje wenn das jetzt schon so ist dann viel Kraft und Nerven dir. Ich finde es trotzdem für unsere kleinen eine Quälerei und die Medikamente helfen nicht wirklich oder nur ne kurze Zeit. Ich habe jetzt an die med. Kleintierklinik München geschrieben...mal sehen.... Weil tierneurologen ziemlich wenige existieren.... Und ich glaube der Mist wird immer mehr.ich drück euch alle und die hundis auch.

  • #18

    Margrit V. (Montag, 19 August 2019 15:28)

    Hallo zusammen, entschuldigt bitte meine späte Rückmeldung. Es ist schwer darüber zu schreiben ... Die Ereignisse haben sich bei uns schon letzten Sonntag überschlagen. Nach den letzten Anfällen hat sie sich nicht mehr erholt, hat sich in die hinterste dunkle Ecke verkrochen und lag nur noch apathisch da. Unser Tierarzt kam am Sonntag Abend vorbei, hat sie untersucht und uns alle Möglichkeiten erläutert. In dem Zustand hätte ich ihr keine weitere Untersuchungen zugemutet und sie so dahinvegetieren zu lassen, war für uns nicht mehr vertretbar. Sie wurde von ihrem Leiden erlöst. Was soll ich sagen, sie fehlt so sehr...
    Ich bedanke mich herzlich für eure Nachrichten, es ist schön zu sehen dass wir Hundehalter füreinander ein offenes Ohr haben. Ich wünsche euch und euren Lieblingen nur das Beste für die Zukunft. LG, Margrit

  • #19

    Kerstin Hartmann (Dienstag, 20 August 2019)

    Hallo liebe Margit... Es ist gut so... Ich glaub ich hätte sie schon eher erlöst... Ich bewundere deine Stärke und wie lange du das und vorallem dein Hund ertragen musste. Jetzt ist sie endlich erlöst und muss nicht mehr so sehr leiden. Mal sehen wie es mit meiner kleinen weitergeht. Es tut gut sich hier etwas auszutauschen und es tut alles so weh die hundis so leiden zu sehen und man ist so hilflos.. Gott verdammter Mist

  • #20

    Kerstin Hartmann (Freitag, 11 Oktober 2019 19:36)

    Hallo ihr Lieben.. Kann mir jemand sagen wie sich die epileptischen Anfälle mit den Tabletten äußern? Ich weiß nicht mehr... Meine kleine hat jetzt aller paar Tage so komische Anwandlungen... Da setzt sie sich plötzlich auf und schaut mich ganz lange an... Sie ist dann so komisch. Die Krämpfe hatte sie jetzt eine Weile nicht. Das ist alles so komisch und ich kann dies nicht einordnen. Lg

  • #21

    John Smith (Sonntag, 12 April 2020 11:51)

    Auch mein Schäfer-Mix hat seit 10 Monaten Epilepsie, mit Hang zu starken Serienanfällen (bis zu 12 in 24 Stunden!).

    Die Ärzte machten nur Mist, sowohl beim Einstieg, als auch danach und bei der Neueinstellung. Mein Hund pendelte zwischen Wirkungslosigkeit und Junkie und war durch Überdosis auch vergiftet. Alle 1 - 3 Wochen gab es die Anfälle und dann war er 3 Tage durch den Wind. Nebenbei gab es große Gefahren, aufgrund seiner Fressgier. Es war Wahnsinn. Teuer wurde es auch...

    Vor 4 Monaten habe ich dann selbst die Initiative ergriffen, dem Tierarzt gekündigt und nicht nur die teuren Kaliumbromid-Tabletten (1000 mg/Tag) durch das günstige Pulver ersetzt, sondern konnte damit auch viel feiner dosieren und langsam reduzieren (560 mg /Tag). Dafür bekommt er CBD-Tropfen, Epi-Dog, Taurin und Natron. Mittlerweile sind wir bei 4 - 8 Wochen Anfallsfreiheit, weniger Nebenwirkungen. Vor allem nach den Anfällen, die nun "nur" noch 2 - 4 in 24 Stunden betragen.

    Da seine Wesensveränderung (Fresslust, quietschen, bellen,...) immer ich meistens vorhanden ist, will ich nun auch beim Phenobarbital ansetzen von 200 mg auf 150 mg kommen. Ich kenne sogar Leute, die ganz auf solche Mittel verzichten!